Urlaub für die Kaumuskeln / 3-Tages-Saft- u Detoxkur

Diesmal geht es nicht um Sport, sondern eher um das Thema Ernährung und Wohlfühlen. Inspiriert und motiviert von den Moderatoren der HR3 Morning Show Tobi und Tanja reifte der Gedanke: Wir machen eine Saftkur!

Was so alles dahinter steckt und wie schwer es wohl werden könnte, war mir bis gestern allerdings noch nicht klar 😉 Das Detox-Angebot im Internet ist rießig – die Wahl fiel auf die 3-Tages-Saftkur von Berioo. Zum einen war die Homepage schon einmal sehr ansprechend aufgebaut. Zu den einzelnen Säften gibt es eine ausführliche Erklärung der Inhaltsstoffe und bunte Bildchen die einen dazu ermuntern sollen, das „Ding“ durchzuziehen. Außerdem ist der Preis von gerade mal 2,70EUR pro Saftflasche (250ml) auch richtig gut.

Ein Safttag beinhaltet 6 kleine Flaschen (a 250ml).

  • Dein Frühstück
  • Deine Zwischenmahlzeit
  • Dein Mittagessen
  • Dein Nachmittagssnack
  • Dein Abendessen
  • Dein Midnightsnack

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Darüber hinaus ist erlaubt: Wasser, ungesüsste Kräutertees und Gemüsebrühe.
Ziel sollte sein, auf mindestens 2 Liter Flüssigkeit/Tag zu kommen. Das schafft man locker, da man alleine wegen des vermehrten Magenknurrens gerne mal zum Wasserglas greift um den Heißhunger zu bekämpfen.

So, also – der Bestellvorgang ging schnell und auch die Lieferung war ratz fatz einen Tag später da! Klappt schon einmal super!

Wie versprochen war auch ein kleiner, liebevoll aufgemachter Detox Guide dabei, der alle noch offenen Fragen beantwortet, wie man sich am besten vor,  während und nach der Saftkur verhält. Zum Beispiel empfiehlt Berioo, am VORtag der Kur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. U.A. darf  man zwar Vollkornprodukte essen, aber keine Milchprodukte, keine tierischen Fette…auf Wurst verzichten und und und…Joa…da stand ich also mit meinem getoasteten Vollkornbrot „UND WAS MACH ICH DA JETZT DRAUF?!“ 😀

Wir haben beschlossen, nicht päpstlicher zu sein als der Papst, denn wahrscheinlich haben wir jetzt schon den größten Fehler den man VORHER begehen kann gemacht: einfach ALLES was im Kühlschrank die nächsten 3 Tage kaputt gehen könnte AUFZUGESSEN 😛 Aber immerhin war auch ein Gemüseeintopf darunter und ein gesundes Frühstück aus Haferflocken und Obst, sowie ganz viel Tee, dabei. Und außerdem: ein Experiment ist erst dann ein Richtiges, wenn man auch das Scheitern oder den „Kampf“ mit einkalkuliert.

Tag 1 – es kann losgehen

Normalerweise führt mein Erster Gang nach dem Aufstehen direkt  zur Kaffeemaschine. Nach 1-2 Schlückchen ist mein Magen dann nämlich auch generell bereit um in den Tag zu starten. Dock neben Alkohol und Nikotin, ist auch mein Laster KOFFEIN absolut Tabu während der Saftkur! HEUTE schaltete ich deswegen den Wasserkochen ein – etwas wehmütig – es wäre so leicht gewesen 5cm weiter rechts auf den Startknopf der Senseo-Maschine zu drücken. Aber gleich am ersten Tag einknicken? Nein, das ist keine Option! Also gibt’s heute Tee zum Frühstück. Mein Magen fand das gar nicht so super, obwohl es sogar ein Magenfeiner Tee war…toll… Ich habe es bis kurz vor dem Zuhause-Losfahren rausgeschoben, das 1. Fläsch´chen zu trinken. Ich hatte solche Angst dass es nicht schmeckt! Augen zu und durch:

Saft 1: Dein Frühstück

„Morgens ohne Kaffee geht nicht? Geht doch! Durch das natürliche Koffein der Powerfrucht Guarana kommt selbst der grummeligste Morgenmuffel in Fahrt. Die Superbeere Açaí gibt dem hochwertigen Drink zusätzlich einen Antioxidantienboost, der für Energie und Kraft für den anstehenden Superfood-Drink Tag sorgt. Happy Juice-day!“

Die Farbe hat mich wirklich etwas abgeschreckt – es erinnerte mich etwas an Kaba..und aus aktuellem Anlass  könnte es auch etwas aus dem Dschunglcamp gewesen sein. Umso erleichterter war ich aber nach dem ersten Schluck: es schmeckte lecker, fruchtig süß und auch hinterher etwas sauer.
Das war er also, der Startschuss in die 3 Tägige Saftkur! Ja das wird was! 🙂

Das „Pausenbrot“ war heute auch recht schnell gepackt – für die Frühstückspause 9/10Uhr, das Mittagessen 12/13Uhr und den Zwischendurchsnack 14/15Uhr noch 3 Säfte eingepackt und los.

Zwischenresume´:

9Uhr – mein Magen knurrt….

  1. große Tassen Tee am Trinken – ich bin sehr stolz

Überlege aufgrund des knurrenden Magens den 2. Saft vorzuziehen.

Saft 2: Deine  Zwischenmahlzeit – in meinem Fall gegen 9/10Uhr

„Weiter geht’s mit unserem ersten Green Superfood-Drink. Weizengras & Rote Bete bringt ordentlich Schwung in deinen Vormittag. Der hohe Vitamin C Gehalt des Grünkohls und der Roten Beete stärkt dein Immunsystem, entschlackt deinen Körper und sorgt nebenbei für gute Laune.“

Um 9:30Uhr habe ich mich an den 2. Saft gewagt. Der erste Geruchs- und Geschmackstest ist schon einmal gut ausgefallen! Lecker fand ich vor allem die Rote Beete Note. Der Nachgeschmack – vermutlich vom Weizengras, erinnerte mich allerdings etwas an meine Henna Haartönung vom vergangenen Wochenende ;-D  Aber was für die Haare gesund ist,  kann  für den Magen ja nur genauso gut sein. Wir haben jetzt schon kurz nach 11 – man kann durch die Säfte wirklich ganz gut 1,5 bis 2h überbrücken. Ich bin gespannt, wie das heute Mittag wird. Vorsorglich habe ich mich schon einmal aus der Kantinentruppe ausgeklingt. Werde mir stattdessen etwas die Beine vertreten.

11:30 – zu früh gefreut, mein Hunger kommt gerade so richtig und mein Magen knurrt.
Mit Tee und in die Arbeit stürzen gingen die 45min bis zur Pause rel. schnell rum.
Zeit für

Saft 3: Mein Mittagessen

„Matcha, Minze & Möhre – so grün, so gut und gesund. Dieser hochwertige Drink spendet dir die nötige Energie, damit du nach der Mittagspause direkt durchstarten kannst. Mit seinen außergewöhnlichen gesunden Zutaten ist dieser Superfood-Drink eine echte Detox Vitaminbombe.“

Wieder war Skepsis angesagt – auch aufgrund der Farbe dieses Saftes. Das Auge kann sich bei diesem Ockerfarbigen Gemisch einfach schwer vorstellen, dass etwas Fruchtiges & Frisches auf einen zukommt. Aber auch hier wurde ich wieder eines Besseren belehrt – es war wirklich wieder sehr lecker und ich hoffe das ich auch jetzt wieder die nächsten 1,5 bis 2h  bis zu Drink 4 durchhalte 🙂 Inzwischen habe ich mich auch gefragt, ob es wohl erlaubt ist, zuckerfreie Kaugummis zu kauen…? Vielleicht  kann ja irgendjemand diese Frage beantworten. Zumindest bekämen dann die Kaumuskeln doch die Möglichkeit genutzt zu bleiben und helfen viell. meinem Gehirn darüber hinweg, das es sonst nur Flüssignahrung bekommt die nächsten 2,5 Tage.

Saft 4: Dein Nachmittags-Snack

„Unser Açaí Original ist Muntermacher und Kraftpaket zugleich. Die Kombination aus unseren Lieblingsfrüchten versorgt dich auf natürliche Weise mit Vitaminen und bringt dich locker durch den Rest des Tages. Mit 25 % ist das Superfood Açaí Hauptbestandteil des Originals und gibt diesem einen außergewöhnlich fruchtig-herben Geschmack.“

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Normalerweise falle ich mittags gegen 14Uhr immer in ein Mittagstief und hole mir dann immer einen Kaffee, da ich ja noch keinen Feierabend habe. Gegen halb 3 habe ich daher nach dem flüssigen Nachmittagssnack gegriffen, der mich wieder muntermachen sollte. Dieser Saft hat mir am besten geschmeckt. Hier war neben Erdbeeren, Äpfel, Mango und Zitrone noch die Superfrucht Açaí – wirklich sehr lecker! Übrigends – wenn ihr genau wissen wollt, was in jedem der Säfte drin ist, könnt ihr das auf der Homepage von Berioo nachlesen, das würde hier den Rahmen sprengen.

Saft 5: Dein Abendessen

Unser grüner Sattmacher! Das Beste aus Açai, Spinat und Grünkohl kommt in diesem grünen und hochwertigen Superfood-Drink zusammen. Das Ergebnis ist ein überraschend erfrischender Smoothie zum Feierabend.

Vor dem Saft „Dein Abendessen“ hatte ich ehrlich gesagt am meisten Angst. Hier ist nämlich u.A. Grünkohl und Spinat enthalten. Mag ich beides in seiner Ursprünglichen Form soooo gerne, aber püriert, passiert mit Frucht und co verfeinert?! Na ich weiß nicht…. Aber – auch dieses Säftchen war äußerst lecker!

Zu diesem Zeitpunkt übrigens war meine Motivation die Kur durchzuhalten bei ca. 10%..Auch wenn sie geschmacklich sehr lecker waren, hatte  ich mit Kopfschmerzen zu kämpfen und meine Beine waren unheimlich schwer UND beim Durchzappen durch das Fernsehprogramm fiel mir extrem auf, das jede 2. Werbung irgendetwas mit ESSEN zu tun hat! Sogar bei Arzneiprodukten ist im Hintergrund ein gutbestückter Markt mit saftigen Äpfeln und Birnen zu sehen. Chips…Sekt…OH GOTT – ich hätte nicht gedacht, das die Qual tatsächlich beim Fernsehschauen am Abend kommt, wenn man sich gefühlt schon durch den restlichen Tag kämpfte.

Saft 6: Dein Midnight Snack

Für den Fall, dass du mit leerem Magen nicht schlafen kannst, empfehlen wir eine Portion Kokoswasser-Drink vor dem Zubettgehen. Mit Mango und Zitrone macht dieser Saft nicht nur optisch etwas her, sondern sorgt dafür, dass du mit einem wohligen Gefühl einschläfst, bevor du den nächsten Tag deiner Saftkur antrittst.

Auf Saft 6 habe ich verzichtet. Dabei ist es der, der mir alleine farblich am besten gefallen hat. Aber er enthält Kokoswasser und das bekommt mir leider nicht so gut. Da hat es mir schon des öfteren den Magen herumgedreht, deswegen habe ich mir stattdessen eine Gemüsebrühe in der Tasse gegönnt 🙂

Resume nach dem 1. Tag: Es ist möglich, den Tag nur mit diesen leckeren Säften zu überstehen. Der Kopf schmerzt etwas. Das und einige andere „Nebenwirkungen“ kann man aber auch im Detox Guide nachlesen. Trotzdem sehne ich mich nach einem leckeren Salamiebrot mit Käsestücken und Gürkchen und erwäge ernsthaft das Experiment nach 24h zu beenden. Ach ja und die immer wiederkehrende Frage: Warum machen wir das nochmal??!

Tag 2 : 

Da es uns schon besser geht ist auch heute noch nicht Schluss mit Detoxen. Leider leider! Denn in der realen Welt da draußen wartete ein kostenloser Hähnchenstand mit umwerfend aussehenden gebratenen Hähnchen und ein Kollege der aufgrund seines Geburtstages Pizza ausgab. So ein Mist aber auch – warum gerade diese Woche?? Aber toi toi toi – wir konnten der Versuchung widerstehen.

Der Kopf schmerzt noch etwas, die angekündigte Müdigkeit ist ebenfalls da. Aber Insgesamt läuft es heute alles schon etwas besser.

Der Gedanke das Experiment hinzuschmeißen ist immer noch ganz ganz laut. Jetzt ist immerhin schon mehr als die Hälfte geschafft.

Da ich heute frei hatte, fiel es mir schwer die Säfte im vorgesehenen Zeitraum zu trinken, weshalb ich immer einen Saft hinterher hinkte. Ich habe zwar versucht viel zu trinken, aber irgendwie kam ich nicht so richtig rein.

Lange Rede kurzer Sinn: um 17Uhr war der Hunger und die Lust etwas zu kauen so groß, das wir um 18Uhr mit einer Bestellung beim Italiener das Experiment zunächst als gescheitert erklärten.

Allerdings muss ich sagen, das ich nicht wirklich das Gefühl habe, gescheitert zu sein. Immerhin habe ich fast 2 Tage, also 2/3 durchgehalten und habe auch in den letzten 3 Tagen nach dem Saft-Experiment meinen Kaffeekonsum deutlich heruntergefahren. Ganz unbewusst und nicht ich musste, das ist das Tollste 🙂

Für einen kompletten Tag ist noch ein Set übrig – wenn ich also wieder das Gefühl habe, ich müsste einmal meinen Körper „Reset´ten“ kann ich das jederzeit tun. Dann allerdings werde ich mich 2-3 Tage vorher damit beschäftigen und denke auch währenddessen anders damit umgehen können, weil ich weiß, das ich einen Detox-Tag dank der leckeren Berioo-Säften gut überstehe.

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Ich geniesse jetzt jedenfalls das Essen viel mehr als zuvor – und auch das ist wie ich finde auch ein wichtiger Punkt.

Übrigens habe ich heute gehört, das Tobi, von der HR3 Morning Show das Experiment ebenfalls abgebrochen hat. Immerhin hat er 5 Tage durchgehalten! Respekt – davor ziehe ich wirklich den Hut! 

 

 

 

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